Die größten Sorgen eines (potentiellen) Bartträges sind oft: Kann ich einen Job bekommen, wenn ich einen Bart habe? Werde ich gefeuert, wenn ich mir einen Bart wachsen lasse? Wie kann ich Bart und Beruf unter einen Hut bringen?

Diese Sorgen sind nicht unbedingt komplett unbegründet. In der Arbeitswelt und bei Bewerbungsgesprächen gibt es viele ungeschriebene Regeln und es kann dir auch passieren, dass du auf Menschen triffst, die eine sehr subjektive Meinung davon haben, wie ein Mitarbeiter auszusehen hat.

Nachgeforscht: Ein Bart steigert deine Karrierechancen

Ein paar wenige Studien haben sich speziell mit dem Thema der Wahrnehmung von Gesichtsbehaarung durch Arbeitgeber beschäftigt. Eine Studie aus dem Jahr 1990 zeigte, dass die meisten Manager tatsächlich sogar eine Vorliebe für Bärte haben. Sie schauten sich gezeichnete Bilder von Männern mit und ohne Bart an. Bärtige Männer wurden in den Punkten Persönlichkeit, Auftreten, Kompetenz und Gelassenheit besser bewertet. Allerdings handelte es sich bei den Zeichnungen eher um idealisierte Bilder. Die Bärte sahen wahrscheinlich voller, ordentlicher und perfekter aus, als es in der Realität der Fall gewesen wäre. Man sollte das Ergebnis also eher auf gut gepflegte Bärte beziehen.

Andere Studien zeigen, dass Männer mit Oberlippenbart wahrscheinlicher eingestellt werden. Sie verdienen durchschnittlich 8,2 Prozent mehr als Männer mit Vollbart und 4,3 Prozent mehr als glattrasierte Männer.

In der vielleicht interessantesten Studie sollten die Teilnehmer Bilder von Männern bewerten und ihren Beruf raten. Bärtige Männer wurden eher als unkonventionell bewertet, außerdem wurden ihnen weniger konservative Berufe wie Universitätsprofessor oder Künstler zugeschrieben. Bartlose Männer hingegen wurden mit Berufen wie Anwalt, Bankangestellter oder Politiker in Verbindung gebracht.

Fazit: Ganz oder gar nicht!

Was sagt uns das also? Bei Bewerbungsgesprächen bist du entweder glattrasiert oder hast einen gut gepflegten Bart. Mehr dazu unter: So trimmst du deinen Bart oder Bartpflege.

Wenn du einmal eingestellt worden bist, sollte es bei den meisten Berufen kein Problem sein, dir einen Bart wachsen zu lassen. Stoppeln sind allerdings in einem Arbeitsumfeld immer ungern gesehen. Lass dir in diesem Fall also lieber einen Bart wachsen, wenn du Urlaub hast, damit die Stoppelphase vorbei ist, wenn du wieder auf Arbeit gehst. Wichtig ist, dass du dich mit deinem Bart wohl fühlst und Selbstvertrauen ausstrahlst. Außerdem muss der Bart gepflegt sein und darf nicht so aussehen, als hättest du ihn nur, weil du zu faul zum Rasieren bist.

In traditionellen Berufsfeldern wie Recht oder Finanzen sind die Erwartungen eher konservativ und streng. In Berufen, in denen du keinen direkten Kundenkontakt hast, also zum Beispiel Bau oder auch IT, ist es hingegen viel weniger problematisch.