Steht mir ein Bart? Wie lang sollte ich ihn wachsen lassen? Dreitage- oder lieber Vollbart? Wäre es nicht schön, wenn es auf solche Fragen eine einfache Antwort gäbe? Nun, um eines vorweg zu nehmen: Es gibt keine. Ästhetik ist subjektiv. Ein Bart macht dich nicht automatisch zum Alphamännchen oder Herzensbrecher. Aber ein Bart kann dir durchaus Eleganz, Stärke und Selbstbewusstsein verleihen. Es kommt nur darauf an, dass du zu deiner Männermähne stehst und deinen Bart mit Stolz und Würde trägst.

Gute Neuigkeiten für dich: Mit ein bisschen Nachforschung lässt sich schnell herausfinden, welche Länge und welcher Bartstil zu dir, deinem Leben, deiner Karriere und deinen Zielen passt. So können dir verschiedene Bartstile tatsächlich dabei helfen, in einem Vorstellungsgespräch mehr zu punkten, eine bessere Wirkung auf Frauen zu haben oder einen Kontrahenten einzuschüchtern.

Gesichtsbehaarung und deren Wahrnehmung

In Experimenten wurden die Gedanken anderer Menschen über Bartträger erforscht. Die Forschungsergebnisse sollten dir bei der Entscheidung helfen, ob ein Bart die richtige Wahl für dich ist.

Wenn du erkennbare Gesichtsbehaarung hast (selbst wenn es nur Stoppeln sind), verbinden andere Menschen automatische diese Eigenschaften mit dir:

  • Dominanz
  • Reife
  • Aggression

Ein glattrasierter Mann hingegen wird mit folgenden Eigenschaften in Verbindung gebracht:

  • Geselligkeit
  • Gesundheit
  • Sauberkeit

Wie willst du am liebsten wahrgenommen werden? Welche dieser Eigenschaften bringen dich in deiner Karriere (oder deinem Liebesleben) (oder noch besser: beidem) voran? Entscheide selbst… 😉

Aggression und Gesichtsbehaarung

Ein Bart ist ein Zeichen von Testosteron. Unser Gehirn assoziiert dies automatisch auch mit Aggressionspotential. Daraus folgt, dass Männer mit Bärten oftmals als wütender oder dominanter angesehen werden, selbst wenn ihre Persönlichkeit keine dieser Eigenschaften besitzt.

In einer Studie wurden Fotos von Männern mit und ohne Bart verglichen, auf denen die gleichen aggressiven Gesichtsausdrücke (finsterer Blick, gefletschte Zähne usw.) zu sehen waren. Bärtige Männer wurden als signifikant aggressiver und einschüchternder bewertet, obwohl alle anderen Faktoren identisch waren.

Das ist nicht zwangsweise eine schlechte Sache, aber man sollte es im Kopf behalten, wenn man sich für einen Bart entscheidet. So ist es beispielsweise nicht unbedingt die beste Idee, mit einem ausgewachsenen Vollbart an der vordersten Reihe einer Demonstration zu stehen – von Angesicht zu Angesicht mit der Polizei.

Reife und Gesichtsbehaarung

Die Fähigkeit, sich einen Bart wachsen zu lassen, ist ein Zeichen der physischen Reife eines Mannes. Daher verbindet man einen Bart natürlich mit Alter und ausgewachsener Männlichkeit. Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass bärtige Männer mit Macht, Reife und höherem sozialen Status assoziiert werden.

Männer mit Bärten werden selbstverständlich auch als maskuliner wahrgenommen als Männer ohne Bart. Eine große Studie aus dem Jahr 2013 ließ Versuchspersonen Fotos eines Mannes bewerten, auf denen die verschiedenen Phasen seines Bartwuchses abgebildet waren. Je länger der Bart auf den Fotos war, desto männlicher wurde der Fotografierte wahrgenommen.

Geselligkeit und Gesichtsbehaarung

Während bärtige Männer mit Dominanz, Kraft und Reife verbunden werden, können sie gleichermaßen bedrohlich auf andere wirken. Einer Studie zufolge werden Männer mit Bart zu 38% weniger großzügig, 36% weniger fürsorglich und 51% weniger fröhlich als ihre glattrasierten Brüder empfunden.

Aus demselben Grund, weshalb Bärte als Zeichen von Aggression gelten, wird ein glattrasiertes Gesicht oft als Zeichen von gesellschaftlicher Integration und Zivilisiertheit gedeutet. Basierend auf Bildern wurden in einer Studie Männern ohne Bart viel höhere soziale Fähigkeiten zugestanden als Männern mit Bart.

Sauberkeit und Gesichtsbehaarung

Ein glattrasiertes Gesicht gibt natürlich Punkte für Sauberkeit, aber ein Bart wird nicht unbedingt als schmuddelig angesehen. Laut einer anderen Studie aus dem Jahr 2013 ist es stoppelige Gesichtsbehaarung, die am wenigsten sauber und gesund wirkt. Die meisten Teilnehmer interpretierten Stoppeln als Zeichen dafür, dass der Mann sich nicht regelmäßig pflegt. Ein gut gepflegter Vollbart hingegen kann ein sauberes Erscheinungsbild sogar verstärken.

Also lässt dich ein Bart so aussehen, als ob du das Sagen hast?

Heißt das nun, dass sich jeder Mann einen Bart wachsen lassen kann und damit erwachsen aussieht? Denken alle Bartträger, sie sind jetzt die Anführer? Natürlich nicht.

Als männlich oder dominant wahrgenommen zu werden, ist nicht immer hilfreich. Nicht alle sozialen Situationen erfordern einen dominanten Anführer. In einem Bewerbungsgespräch etwa, wo Teamfähigkeit von einem Bewerber erwartet wird, kann ein glattrasiertes Gesicht einen sozial kompetenteren Eindruck machen. Auch Männer, die bereits Zeichen von Alterung (Falten, graues Haar) zeigen, benötigen keinen Bart, um ihre Reife zu betonen. Hier kann ein glattrasiertes Gesicht Gesundheit und jugendliche Frische ausstrahlen, während die restliche Erscheinung die Reife unterstreicht.

Gesichtsbehaarung, Selbstwahrnehmung und Verhalten

Ein Bart kann also offensichtliche Auswirkungen darauf haben, wie andere Menschen dich wahrnehmen und dir gegenüber auftreten. Aber wie steht es um dein eigenes Verhalten?

Wie du dir vielleicht schon gedacht hast, ändert das Tragen eines Bart dein Verhalten und deine Selbstwahrnehmung. Dieses Thema ist zwar noch nicht umfassend erforscht, aber es gab bereits eine Studie, in der Männer sich selbst bewerten mussten. Sie trugen dabei entweder einen falschen Bart, ein Halstuch oder gar nichts an Gesicht und Hals. Die Gruppe mit den Bärten schätzte sich selbst als männlicher ein als die anderen beiden Gruppen, obwohl sie wussten, dass die Bärte nicht echt waren.

Genau wie unser Aussehen hat auch unsere Selbstwahrnehmung einen großen Einfluss auf unser Verhalten. Ein Mann, dessen Gehirn ihm sagt, er sei “männlich”, wird sich auch selbstbewusster und dominanter verhalten. Und das berücksichtigt nur den visuellen Aspekt. Jeder Mann, der einmal einen Bart hatte, kennt das geheimnisvolle und befriedigende Gefühl, wenn er mit der Hand durch den Bart fährt.

Also ja, einen Bart zu tragen, kann dein Verhalten beeinflussen. Wenn du denkst, dass du einen kleinen Selbstvertrauens-Schub brauchst, kann ein Bart dir vielleicht helfen. Andererseits könnte eine Rasur helfen, falls du Probleme mit der Bewältigung deiner Wut hast.

Bärte und sexuelle Anziehung

Das Beste zum Schluss: Wird ein Bart dir bei den Frauen helfen?

Tut mir leid, auch hier gibt es keine definitive Antwort. Es gibt Frauen, die Bärte mögen, andere tun es wiederum nicht. Allerdings gibt es ein paar allgemeine Trends: Studien zufolge finden Frauen einen Dreitagebart am attraktivsten. Eine Studie unterteilte zwischen leichten Stoppeln und dichten Stoppeln. Hier bevorzugten Frauen die dichten Stoppeln.

Wie du sicher bereits ahnst, fanden Frauen bärtige Männer maskuliner als Männer ohne Bart. Außerdem hielten Frauen Bartträger für besser in der Kindererziehung. Männer mit Vollbart und bartlose Männer wurden dabei jedoch als gepflegter bewertet als Männer mit Stoppeln.

Um es kurz zu fassen: Wie deine Gesichtsbehaarung dich bei der Frauensuche unterstützt, hängt in erster Linie davon ab, nach welcher Art von Partner und Beziehung du suchst. Wenn du sesshaft werden und Kinder haben willst, könnte ein Vollbart das Richtige sein. Wenn du eher flirten und Spaß haben willst, dann solltest du dir einen Dreitagebart wachsen lassen, aber achte darauf, dass er dicht und gleichmäßig ist.

Interessanterweise zeigt sich, dass Männer, welche viel Konkurrenz bei der Frauensuche haben, eher gewillt sind, sich zu rasieren und keinen Bart zu tragen, um einen sichereren und zugänglicheren Eindruck zu erwecken.

Fazit: Also steht mir ein Bart?

Natürlich. 🙂

Alles in allem gibt es immer Ausnahmen. Es handelt sich nicht um Regeln, sondern um soziale Trends. Manche Menschen haben eine sehr starke Meinung im Bezug auf Gesichtsbehaarung, anderen ist es eher egal. Du findest den für dich richtigen Weg auf dieselbe Weise wie sonst auch in deinem Leben: Trial and Error und eine Menge Geduld.